Ein Sommerfest mit allem was dazugehört!

„Passen wir denn alle in die Angelrodaer Kirche rein?“ Ja, wir sangen dicht gedrängt von der 2. Empore herunter. Einige sagten, es war, als hätten Engel gesungen.

Es fällt mir schwer, nicht ins Schwärmen zu verfallen über den Nachmittag und Abend des 11. Junis 2022, an dem wir in Angelroda unser Sommerfest mit einem Konzert und mit der Einladung durch den Angelrodaer Kirchenchor feierten.

Wir wurden mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen, mit kalten Getränken und später auch mit Rostbratwürsten vom Chor empfangen. Viele waren auf dem Geraradweg nach Angelroda gekommen. Es war wie ein großes Familientreffen der Chöre. Rund um die Kirche waren Bierzeltgarnituren aufgestellt, einzelne Sitzecken luden zum Verweilen ein. Alles war liebevoll für uns vorbereitet, so dass es nicht schwer war, sich wohlzufühlen.

Dietrich Ehrenwerth feilte an unserem Klang bei der Probe unerbittlich herum – damit dann auch „alles schön werden sollte“. Und es wurde dann auch „alles schön“. In der vollen Kirche erklangen Stücke von Bach, Brahms, Mendelssohn Bartholdy, Rinck, Rutter u.a. Dazu kamen Stücke für Orgel und Flöte.

Am Ende sangen wir mit dem Angelrodaer Kirchenchor gemeinsam im Altarraum „Der Mond ist aufgegangen“ und bei der 7. Strophe wurden die Besucherinnen und Besucher aufgefordert mitzusingen. Das waren echte „Gänsehautmomente“.

Ein Gebet von Jörg Zink erreichte viele Herzen, vielleicht weil es gut für uns ist, das Erlebte und Gefühlte mit dem zu verbinden, von dem alles kommt und zu dem alles geht. Hier der Text:

„Dich rühmt der Morgen. Leise, verborgen singt die Schöpfung dir, Gott, ihr Lied. Es will erklingen in allen Dingen und in allem, was heut geschieht. Du füllst mit Freude der Erde Weite, gehst zum Geleite an unsrer Seite, bist wie der Tau um uns, wie Luft und Wind. Sonnen erfüllen dir deinen Willen. Sie gehen und preisen mit ihren Kreisen der Weisheit Überfluss, aus dem sie sind.

Du hast das Leben uns allen gegeben, gib uns heute dein gutes Wort. So geht dein Segen auf unsren Wegen, bis die Sonne sinkt, mit uns fort. Du bist der Anfang, dem wir vertrauen, du bist das Ende, auf das wir schauen. Was immer kommen mag, du bist uns nah. Wir aber gehen, von dir gesehen, in dir geborgen durch Nacht und Morgen und singen ewig dir: Halleluja.“

Herzlichen Dank an alle, die geplant, vorbereitet, mitgewirkt haben und hinterher wieder alles aufgeräumt haben.

Warum kann es nicht immer „so schön“ sein? Vielleicht, weil es ein Geschenk ist, so etwas erleben zu dürfen.

Text: Angelika Greim-Harland

Fotos: © Christiane Claus

Das hat richtig gut getan!

Am Samstag, 20.November 2021 erklang kurz nach 19:30 Uhr in der Erfurter Thomaskirche das erste Kyrie Eleison – Herr erbarme Dich der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach – und bei den ersten BesucherInnen und MitsängerInnen stellte sich ein Gefühl von Gänsehaut ein. Im letzten Jahr hatte das traditionelle Konzert am Tag vor dem Ewigkeitssonntag leider coronabedingt abgesagt werden müssen – dieses Jahr konnte das Konzert unter besonderen Bedingungen und mit kurzfristig festgelegter 2G-Regelung wieder stattfinden: 

Auf dem Programm standen diesmal Kyrie und Gloria aus der h-Moll-Messe – nach den Beiträgen im Gottesdienst am 31.10.21 jetzt als Konzert. Die BesucherInnen hatten hierfür Verständnis, die Stimmung bei der Einlasskontrolle und beim Eintragen in die Kontaktlisten war freundlich und aufgeschlossen, denn viele waren sehr froh, dass das Konzert in der aktuellen Lage überhaupt möglich geworden ist. Im Publikum waren alle Altersgruppen vertreten, und es wurde beobachtet, dass einige „KennerInnen“ ihre eigenen Bach-Noten ins Konzert mitgebracht hatten.

Die Stimmung in der mit kleinerer Besetzung von 56 MitsängerInnen auftretenden Kantorei und im Andreas-Kammerorchester war an diesem Abend freudig-erwartungsvoll – insbesondere da Dietrich Ehrenwerth bei der wie immer sehr routiniert durchgeführten Probe vor dem Konzert einige Male deutliches Lob verteilt hatte. Und so war das Konzert geprägt von der Freude, wieder gemeinsam musizieren zu können – besonders spürbar war dies beim Gloria mit dem Lob der Ehre Gottes.


Gratias agimus – Wir danken Dir war eine weitere wichtige Botschaft dieses Konzertes. Nach dem Schlussapplaus hat eine Besucherin spontan die Rückmeldung gegeben: “Das hat richtig gut getan!“. Damit hat Sie sicher auch die Stimmung der Kantorei-SängerInnen, der MusikerInnen des Orchesters, der SolistInnen und von Dietrich Ehrenwerth sehr gut getroffen.


Herzlichen Dank an alle beteiligten MusikerInnen, HelferInnen bei Logistik, Aufbau/Abbau, Einlass und Konzertfotografie – und vor allem an Dietrich und Karin Ehrenwerth für den „sehr langen Atem“ bei der Einstudierung unter besonderen Bedingungen sowie Matthias Dreißig für die Unterstützung an der Konzertorgel.Wir können aktuell nicht einschätzen, was die nächsten Monate bringen werden – seien wir aber zuversichtlich, denn unser gemeinsames Singen und Musizieren ist nicht nur für uns, sondern vor allem auch für unser Publikum ein wichtiges „Lebens-Mittel“ in diesen besonderen Zeiten.

(Hinweis für spätere Generationen, die in einigen Jahren diesen Blog nachlesen werden: Seit Frühjahr 2020 waren aufgrund einer Pandemie namens „Corona“ Konzertveranstaltungen zeitweise gar nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt möglich.)


Text: Lars Steigemann, mit gesammelten Eindrücken und Stimmungen von Anna Barges, Uta Maria Hellmann und Irena Michel.

Fotos: © Christiane Claus